Behandlungsschwerpunkte

Psychische Belastungen haben viele Gesichter. In meiner Praxis in Oppenheim behandle ich Erwachsene mit Verhaltenstherapie – einem wissenschaftlich anerkannten Verfahren, dessen Wirksamkeit für die folgenden Beschwerdebilder gut belegt ist.

Ob eine Psychotherapie für Sie sinnvoll ist und welches Vorgehen zu Ihrer Situation passt, klären wir gemeinsam im Erstgespräch. Die folgenden Beschreibungen sollen Ihnen eine erste Orientierung geben und ersetzen keine Diagnose.

Depression

Anhaltende Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Grübeln und der Verlust von Freude an Dingen, die früher wichtig waren – eine Depression betrifft Denken, Fühlen und Handeln zugleich. In der Verhaltenstherapie arbeiten wir daran, belastende Denkmuster zu erkennen und zu verändern, den Alltag wieder mit angenehmen und sinnvollen Aktivitäten zu füllen und Rückfällen vorzubeugen. Auch die Gruppentherapie kann hier entlastend wirken: die Erfahrung, mit der Erkrankung nicht allein zu sein.

Angststörungen

Angst ist ein normales Gefühl – zur Störung wird sie, wenn sie übermäßig stark auftritt, den Alltag einschränkt oder dazu führt, dass Situationen, Orte oder Menschen vermieden werden. Dazu gehören soziale Ängste, spezifische Phobien und die generalisierte Angststörung mit ständigen Sorgen. Die Verhaltenstherapie gilt bei Angststörungen als Behandlung der ersten Wahl: Sie lernen, die Mechanismen der Angst zu verstehen und sich den gefürchteten Situationen schrittweise und gut vorbereitet zu stellen.

Soziale Phobie

Die Angst, im Mittelpunkt zu stehen, sich zu blamieren oder von anderen negativ bewertet zu werden – etwa beim Sprechen vor Gruppen, bei Gesprächen mit Fremden oder beim Essen in Gesellschaft. Viele Betroffene meiden solche Situationen und ziehen sich zunehmend zurück. In der Verhaltenstherapie üben wir Schritt für Schritt, sich diesen Situationen zu stellen, den Blick weg von der befürchteten Bewertung durch andere zu lenken und ein stabiles Selbstwertgefühl aufzubauen, das nicht vom Urteil anderer abhängt.

Panikattacken

Plötzlich auftretendes Herzrasen, Atemnot, Schwindel oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren – Panikattacken sind für Betroffene sehr beängstigend, auch wenn sie körperlich ungefährlich sind. Häufig entsteht daraus die Angst vor der nächsten Attacke. In der Therapie lernen Sie, die körperlichen Vorgänge während einer Panikattacke zu verstehen, den Teufelskreis aus Körpersymptomen und Katastrophengedanken zu unterbrechen und die Sicherheit im Alltag zurückzugewinnen.

Hypochondrie (Krankheitsangst)

Die ständige Sorge, ernsthaft krank zu sein, obwohl ärztliche Untersuchungen keinen Befund ergeben. Körperliche Empfindungen werden aufmerksam beobachtet und als Anzeichen einer schweren Erkrankung gedeutet; häufige Arztbesuche oder das Vermeiden von Untersuchungen beruhigen nur kurz. In der Therapie lernen Sie, den Kreislauf aus Körperwahrnehmung, Angst und Kontrolle zu verstehen und zu unterbrechen und Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen.

Anpassungsstörung

Ein einschneidendes Ereignis – Trennung, Verlust des Arbeitsplatzes, eine Erkrankung, ein Umzug – kann das seelische Gleichgewicht aus dem Takt bringen: Niedergeschlagenheit, Sorgen, Reizbarkeit oder Rückzug halten länger an, als man es sich selbst zugestehen möchte. In der Therapie geht es darum, die neue Lebenssituation zu verarbeiten, eigene Kraftquellen wiederzufinden und Schritt für Schritt wieder handlungsfähig zu werden.

Akute Belastungsreaktion

Unmittelbar nach einem stark belastenden Erlebnis reagieren Körper und Psyche oft mit innerer Unruhe, Schlafstörungen, dem Gefühl, „neben sich zu stehen“, oder mit aufdrängenden Erinnerungen. Diese Reaktion ist zunächst normal und klingt meist innerhalb weniger Tage oder Wochen ab. Frühzeitige Unterstützung hilft, das Erlebte einzuordnen, sich zu stabilisieren und einer längerfristigen Belastung vorzubeugen.

Burnout und Erschöpfung

Wer über lange Zeit mehr gibt, als er zurückbekommt, gerät in einen Zustand tiefer Erschöpfung: Nichts geht mehr, die Konzentration lässt nach, Erholung gelingt nicht mehr. Burnout ist keine eigenständige Diagnose, geht aber oft mit depressiven Symptomen oder Angst einher. Gemeinsam schauen wir, welche inneren Antreiber und äußeren Belastungen zur Erschöpfung geführt haben, und erarbeiten Strategien für eine gesunde Balance zwischen Anforderungen und Erholung.

Zwangsstörungen

Wiederkehrende, aufdrängende Gedanken und Handlungen wie Kontrollieren, Waschen, Ordnen oder Zählen, die viel Zeit beanspruchen und trotzdem keine dauerhafte Beruhigung bringen – Zwänge werden von Betroffenen häufig lange verheimlicht. Die Verhaltenstherapie bietet mit der Konfrontation und Reaktionsverhinderung ein wirksames, gut untersuchtes Vorgehen: Schritt für Schritt lernen Sie, die Zwangsgedanken auszuhalten, ohne dem Zwang nachzugeben.

Stress am Arbeitsplatz

Hoher Leistungsdruck, Konflikte mit Kollegen oder Vorgesetzten, Angst vor Fehlern oder die Schwierigkeit, nach Feierabend abzuschalten: Berufliche Belastungen gehören zu den häufigsten Gründen, eine Psychotherapie zu beginnen. In der Therapie geht es darum, die eigenen Stressmuster zu verstehen, Grenzen zu setzen, den Umgang mit Druck und Kritik zu verändern und wieder Einfluss auf die eigene Situation zu gewinnen – bevor daraus eine Erschöpfung oder Depression wird.

In akuten Krisen: Wenn Sie sich in einer akuten Notlage befinden oder Gedanken haben, sich etwas anzutun, wenden Sie sich bitte umgehend an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 (kostenlos, rund um die Uhr) oder im Notfall an den Notruf 112.

Der erste Schritt

Sie erkennen sich in einem dieser Beschwerdebilder wieder oder sind unsicher, ob eine Psychotherapie das Richtige für Sie ist? Vereinbaren Sie ein Erstgespräch in meiner Sprechstunde. Dort besprechen wir in Ruhe Ihr Anliegen und das weitere Vorgehen – in Einzeltherapie oder in der Kombination aus Gruppen- und Einzeltherapie. Die Kosten übernimmt in der Regel Ihre gesetzliche oder private Krankenkasse.